Sardinien Roadtrip: Ein Aygo bringt uns um die Insel

2017 stand der erste gemeinsame Urlaub an. Es war der Beginn unserer gemeinsamen Reiselust. Doch was hatten wir eigentlich geplant? 10 Tage Roadtrip durch Sardinien mit spontanen Zwischenzielen. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Das sollte unser Mietwagen, ein kleiner Toyota Aygo, noch erleben. Wer sich mehr für visuelle Eindrücke interessiert, sollte sich die schönsten Aufnahmen aus Sardinien anschauen, für alle anderen geht es jetzt ans Eingemachte.

Tag 1 und 2: Die Ankunft in Olbia

Da die obige Beschreibung recht knapp war, möchte ich euch unseren Reiseverlauf etwas detaillierter schildern. Gestartet sind wir in Olbia, wo wir aber keine Nacht verbrachten. Uns zog es direkt ans Meer, sodass wir Richtung Süden aufbrachen. Nach einem ersten Zwischenstopp, bei dem wir den Sand zwischen den Zehen spüren konnten machten wir uns auf unser erstes Zwischenziel „Orosei“ zu erreichen. Dort war es dann soweit. Das erste Mal konnten wir die sardinisch italienische Kulinarik genießen und wir bekamen einen Eindruck der zerklüfteten Ostküste mit ihren Sand- und Kiesstränden. Um etwas anzukommen verbrachten wir in unserer Unterkunft direkt zwei Nächte, so dass wir am zweiten Tag in Ruhe eine Tagesausflug zum Strand von Cala Gonone machen konnten.

Sabrina genießt den Strand beim ersten Stop unseres Sardinien Roadtrips

Tag 3: Eine beeindruckende Fahrt durch die Berge

Am nächsten Tag ging es weiter über die Strada Stratale 125 (SS125), die nicht nur Sabrina Angstschweiß und Freude gleichermaßen auf die Stirn zauberte. Schlängelt sich die Straße doch mit Haarnadelkurven durch ein atemberaubendes Bergpanorama. Dabei fiel mir auch der etwas wilde Fahrstil der Italiener auf. Wie man in einem Fiat Panda bergauf einen Leihgolf voll mit Touristen überholt muss ich mir noch einmal erklären lassen. Dann Stand ein Zwischenstopp in Baunei an, einem Bergdorf, welches zu lokalen Festivitäten mit Fahnen und Fahrrädern geschmückt war. Klingt komisch, ist es auch! In Baunei kehrten wir dann für unseren zweiten Stopp des Sardinien Roadtrips in einem unscheinbaren, aber sehr entspannten AirBnB ein.

 Beeindruckendes Bergpanorama auf dem Roadtrip in Sardinien

Tag 4: Die Bucht von Cala Goloritzé

Baunei war dann auch der Ausgangspunkt für den beeindruckensten Teil unserer Reise: Die Wanderung zum Cala Goloritzé. In ein bis eineinhalb Stunden überwindet man mehrere hundert Höhenmeter und durchwandert Steppe, Wald und Felsenformationen. Diese schweißtreibende Wanderung entlohnt sich dann am Ende selbst. Man geht noch ein paar letzte Steinstufen zum bewachten Strand herunter und steht dann auf einem Strand mit weißen Kieseln und Felsen, der von den umgebenden Hügeln bewacht wird. Wir kamen dort erst gegen Nachmittag an, konnten dadurch aber die Wanderung des Schattens beobachten, wodurch die Bucht nach und nach in immer schöneres Licht getaucht wurde. Davon noch überwältigt beschlossen wir einige Meter Richtung Süden zu fahren. Kurz vor Mitternacht kamen wir dann in Muravera an, dem Stopp für die nächste Nacht (Domu Elvira Hotel).

 Die beeindruckende Bucht von Cala Goloritze

Tag 5: Küstenwechsel über die Costa Rei

Nach den sehr aktiven letzten Tagen beschlossen wir endlich mal ein wenig Strandzeit einzulegen und die lange Fahrt von West nach Ost daran anzuschließen. Welcher Ort könnte sich dafür besser anbieten, als die Costa Rei, die mit ihren königlichen Stränden zum Chillen einlädt. 5 Stunden und einige Bräunungsstufen später machten wir uns dann daran die grob 130 km nach Arbus zu überwinden, wo wir von unserem B&B Host empfangen wurden. Dieser empfahl uns ein lokales Restaurant in welchem wir uns zwischen den Einheimischen richtig den Bauch vollschlagen konnten.

Tag 6: Die Wüste und die Flußquerung

Wir blieben unserem Stil treu und machten uns gleich morgens auf die Socken, um die Insel zu erkunden und am Abend an einem anderen Ort zu enden. Der im vorherigen Abschnitt erwähnte Host gab uns auch an diesem Tag einen Tipp für eine spannende Tour. Von Arbus aus fuhren wir direkt an die Küste. Dort erwartete uns ein skuriles Bild. In der Vergangenheit wurde die Region vom Kohlebergbau dominiert und so gibt es Lorenschienen, die sich über eine breite Dünenlandschaft schlängeln. Komplettiert wird das Bild von einem sehr weitläufigen Küstenabschnitt.

Nachdem wir uns wieder einmal ausgiebig gebräunt hatten, traten wir zur Mittagszeit die Weiterfahrt an. Diese hatte direkt einen besonderen Leckerbissen parat. Wir mussten mit unserem Aygo den Rio Piscinas queren und dies ohne Brücke. Wir nahmen also Anlauf und durchfuhren das Flussbett, welches aufgrund von Eisenablagerungen einen tiefroten Schimmer bereithält.

 Der rote Fluß in Sardinien, den wir beim Roadtrip auch durchfahren mussten.

Direkt anschließend machten wir mittag, um uns von dem Stress zu erholen. Hielten wir am Straßenrand und marschierten einen für uns unbefahrbaren Weg zu einer Hausruine. Als wir kurz darauf altes italienisches Ehepaar mit ihrem Fiat Panda mühelos die Strecke passieren sahen, mussten wir unsere Meinung von unbefahrbar jedoch noch einmal korrigieren. Zum Abschluss der Pause traf Sabrina noch einige Schafe, die von ihren Versuchen diese abzulichten jedoch nur teilweise begeistert waren. Eine kurze Laufparty und einen Kickdown später wurde es für uns ruhiger und wir fuhren in fast vier Stunden die 80 km nach Torre Grande, wo wir am Abend erneut für eine drei Gänge Völlerei einkehrten und anschließend im Affittacamere Al Mare ins Bett fielen

Tag 7 und 8: Rückfahrt und Heimkehr vom Roadtrip

Langsam neigte sich unser Roadtrip dem Ende zu. der Tag vor der Abreise aus Sardinien stand an und wir wussten, dass wir am Abend zurück in Olbia sein mussten, wo unsere letzte Unterkunft gebucht war. Dennoch wollten wir es uns nicht nehmen lassen noch einmal einen Strand zu besuchen. Insbesondere, weil der Spaggia di Su Crastu Biancu, der bunte Strand, direkt um die Ecke war. Leider merkten wir hier, dass es auf die Hochsaison zugeht und so waren wir umgeben von Menschenmassen. Für eine letzte Prise Meerwasser und einige waghalsige Wasseraufnahmen von Sabrina hat es aber dennoch gereicht.

Dann war es so weit. Zur Kaffeezeit machten wir uns auf Richtung Olbia, aber nicht ohne vorher den Aygo gründlich zu säubern. Die sieben Tage über Stock und Stein haben nämlich sichtbare Spuren hinterlassen. Aber nichts, was man durch einen beherzten Einsatz der Wasserdruckpistole nicht mehr wegbekommen hätte. Die 160 km Strecke über die Autobahn gingen dann erstaunlich schnell. Am Abend erreichten wir dann Olbia, wo wir in unser frisch renoviertes Hotel eincheckten, welches uns einen bisher ungewohnten Luxus bot. Perfekt, um in der edlen Altstadt den Abend bei einem Eis ausklingen zu lassen.

Dreckicker Toyota Aygo vor der finalen Reinigung nach dem Sardinien Roadtrip

Da unser Rückflug am nächsten Morgen bereits vor 9 ging, wurde es aber nicht zu spät. Die Rückfahrt zum Flughafen und die Rückgabe des Mietwagens waren dann schnell gemacht. Das Abenteuer Sardinien Roadtrip war zu Ende.

Portrait von Janik

Author: Janik

Hallo ich bin Janik. Meine Leidenschaften sind Reisen, Handball, Lesen und die IT-Branche. Seit ich Sabrina kenne, habe ich viel über mich und uns gelernt und bin froh meine Erfahrungen mit ihr und euch teilen zu dürfen

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