Der Süden Malaysias: Malakka, Pulau Tioman und Kota Kinabalu

In Malaysia verbrachten wir ganze 26 Tage. Viel zu viele um alles in einen Blogbeitrag zu packen. Über den Norden Malaysias berichteten wir bereits. Der Süden Malaysias war nicht weniger spektakulär. Malakka, Johor BahruPulau Tioman und Kota Kinabalu fügten Malaysia eine ganz neue Dimension hinzu. Das immer gute Essen kannten wir bereits vom Norden. Das Paradies und die Abenteuer des Südens und Sabahs jedoch noch nicht.

Malakka: Kunst und Essen in der ehemaligen Handelsmetropole Malaysias

Eine lange Nacht hatten wir hinter uns, als wir 12 Stunden verspätet aus dem Fernbus stiegen. Dieser brachte uns direkt von Penang durch einige Staus über Kuala Lumpur in den Süden Malaysias. Eines haben wir dabei gelernt. Vertraue nie den Zeitangaben von Easybook, 12go.asia und co. Umso erfreulicher war unsere Ankunft im Old Town Guest House. Wir wurden warm von unserem Host empfangen, der die ganze Zeit auf uns gewartet hatte. Dieser besaß einen sauberen geräumigen Homestay, von dem aus das Stadtzentrum fußläufig zu erreichen war.

Malakka ist eine Stadt mit knapp 500 000 Einwohnern. Für uns als Touristen zentrierte sich das Sehenswerte aber auf die Altstadt, die ein Relikt der Kolonialisierung ist. Eine alte Kirche, eine portugiesische Galeere und schöne Gebäude schmückten diesen Teil der Stadt. Von Chinatown waren wir weniger überzeugt. Die beiden Male, die wir durch die Straße liefen, schienen die Bürgersteige wie leer gefegt.

Street-Art in Malakka
Street-Art in Malakka

Unsere Highlights waren, ähnlich wie in Penang, das Street-Food und die Street-Art. Das beste Essen erhielten wir auf den lokalen Foodmärkten. Einer war direkt gegenüber des Homestays und einen erreichten wir per Zufall auf dem Weg zu Restaurant Chin Hua Vegetarian Food auf folgender sehr zu empfehlender Liste: The Vegan Guide to Malacca (englisch). Die Kunst hingegen tummelte sich um den Fluss. Fast alle Wände waren mit bezaubernden Kunstwerken bemalt und gerade bei Nacht, wenn sich die bunten Lichter im Wasser spiegelten, entstand eine magische Atmosphäre. Ebenso sahen die Kneipen und Restaurants an der Uferpromenade einladend aus. Mehr als zwei oder drei Tage würden wir aber nicht für Malakka einplanen.

Blick auf den beleuchteten Fluß in Malakka bei Nacht
Farbenfrohe Lichtspiele in Malakka

Pulau Tioman: Ein Paradies auf Erden im Süden Malaysias

Während ich diese Zeilen schreibe, komme ich von Anfang an ins Schwärmen. Wir fuhren mit der Fähre von Mersing nach Pulau Tioman. Diese Fähre setzt zweimal am Tag über. Dabei variieren die Zeiten je nach Gezeiten. Mersing erreicht man per Fernbus von Kuala Lumpur, Johor Bahru, Malakka und einigen anderen Orten. Wir hatten Pech und an unserem Reisetag war der direkte Bus mit Fährenanschluss von Malakka nach Mersing ausgebucht. Wir mussten also einen Umweg über Johor Bahru machen, wo wir unseren Anschluss aufgrund einer Panne verpassten. Glücklicherweise gab es noch eine weitere Verbindung nach von Johor Bahru nach Mersing, sodass wir die zweite Fähre noch erwischten. Auf jeden Fall würden wir dir, wenn du es eilig hast, empfehlen die Verbindung vorher zu buchen.

Fährboot zwischen Mersing und Pulau Tioman
Fährboot zwischen Mersing und Pulau Tioman

Probetauchen und Wandern im Westen von Pulau Tioman

Endlich auf der Insel liefen wir zwei Kilometer mit unserem Gepäck zum Go Deeper Tioman. Die Tauchunterkunft bietet „Tubes“ mit separatem privaten Bad an. Wir genossen unsere Nächte dort sehr, hatten die zylinderförmigen Zimmer doch etwas Gemütliches. Das Restaurant kam uns für die Leistung etwas teuer vor. Im Go Deeper war es auch, dass wir zum ersten Mal in unserem Leben einen Probetauchgang machten. Eine wahnsinnig interessante Erfahrung, die später in Kota Kinabalu zu einem Tauchkurs führen sollte. Preislich war es mit 200 Ringit (ungefähr 43 €) pro Person erschwinglich.

Die Insel ist ein Paradies. Dies stellten wir spätestens auf unserer Wanderung über Monkey Beach und Monkey Bay nach Telok Salang fest. In dem dichten Dschungel kam es uns fast so vor, als würden wir die Buchten und Strände das erste Mal entdecken. Affen tummelten sich am Strand und im Wasser blühte das Leben. Wir hatten jedoch zu wenig Wasser dabei und schafften es mit letzter Kraft ins Ziel. Du solltest auf jeden Fall 1,5 Liter pro Person mitnehmen.

Blick aus dem Dschungle auf Monkey Bay
Ausschnitt der Wanderung. Blick auf Monkey Bay

Füße hochlegen und Schnorcheln am Juara Beach

Der paradiesische Eindruck setzte sich fort, als wir am dritten Tag zum Juara Beach aufbrachen. Der Host des Bushman Tiomans holte uns mit seinem Jeep ab und auf der Ladefläche ging es über den malerischen Hügel in der Mitte der Insel auf die andere Seite. Unser dortiger Bungalow war geräumig und hatte direkten Meerzugang. Es gab zwar einige Sandfliegen, dennoch war die Idylle nahezu perfekt. Einige Restaurants und Bars finden sich am Strand und die zwei Tage, die wir relaxten, Bier tranken, schnorchelten und aßen, gehörten zu den Besten unser bisherigen Reise.

Sonnenaufgang am Juara Beach
Sonnenaufgang am Juara Beach

Johor Bahru: Malaysias Grenzstadt zu Singapur

Die Grenzstadt zu Singapur ist für Touristen eher eine Transitstadt auf dem Weg nach Singapur. Das merkt man, wenn man dort ankommt. Niemand will einem eine Tour andrehen und nichts ist für Reisende poliert. Nach unserer Ankunft am Busbahnhof fuhren wir an einigen Wohnvierteln vorbei in unsere Unterkunft. Ein ganzes Appartement im 32. Stock. Das war viel Luxus für uns. Die Waschmaschine konnten gut gebrauchen und auch der Ausblick hat uns begeistert.

Der Weg vom Süden Malaysias nach Singapur über den Landweg

Um nach Singapur zu kommen nahmen wir einen Bus zum Kontrollpunkt auf malaysischer Seite. Dort mussten wir samt Gepäck aus dem Bus aussteigen und Zoll und Grenzkontrolle passieren. Danach stiegen wir erneut in einen Bus. Dieser brachte uns zum Kontrollpunkt in Singapur. Die Laune der Grenzpolizisten hielt sich in Grenzen. Immerhin war zu unserer Zeit nicht so viel los und die Einreise nach Singapur war nach 1 Stunde erledigt.

Ein fast verpasster Flieger dank langer Schlangen auf dem Rückweg nach Malaysia

In Singapur hatten wir nur zwei Nächte. Ob das reicht oder nicht erfahrt ihr im entsprechenden Artikel über Singapur.
Nach Singapur ging es denselben Weg zurück. Bei der Wiedereinreise nach Malaysia fanden wir uns plötzlich in einer Halle mit tausenden Menschen wieder, die alle Einreisen wollten. Das verzögerte unseren Zeitplan für den Flug nach Kota Kinabalu um knapp 2 Stunden. Das hatte zur Folge, dass wir fast unseren Flieger am Flughafen verpassten. Indem wir auf ein Grab-Taxi umstiegen, holten wir die Zeit jedoch wieder auf und erreichten rechtzeitig das Gate.

Kota Kinabalu: Tauchparadies und Tor zu Sabah

Der Flug nach Kota Kinabalu dauerte nicht lange und der Einfachheit halber, legten wir die wenigen Meter in die Stadt mit einem Grab zurück. Gerade mit dem kompletten Gepäck zu zweit lohnte sich für uns der Aufpreis für ein Taxi fast immer. Das Grab lud uns beim Red Palm Hostel ab. Dieses war direkt in „Chinatown” gelegen und davor war am Wochenende eine Foodmarkt, auf dem wir einige Leckereien fanden. Der Besitzer war sehr hilfsbereit und bis auf die Sauberkeit der Toiletten gab es wenig auszusetzen.

5 Tage Kota Kinabalu statt Ausflügen in Sabah

Planten wir vorher in den verbleibenden Tagen Ausflüge zu machen, entdeckten wir jetzt erst, wie groß Sabah ist. Durch den mäßigen Infrastrukturausbau braucht man zudem für viele Strecken sehr lange. Dazu kam, dass Sabrina krank wurde und ich in Kota Kinabalu die letzte Gelegenheit sah günstig meinen Tauchschein zu machen. Deshalb beschlossen wir die Tage in Kota Kinabalu zu bleiben. Ich fing meine Tauchkurs bei Diverse Borneo an. Eine coole Truppe, die immer kompetent und willig gewirkt hat mir das Tauchen beizubringen. Viel günstiger als 980 Ringit, ungefähr 210 €, bezahlt man zudem selten. Nach zweieinhalb Tagen hielt ich dann das virtuelle Zertifikat in den Armen. Es fühlte sich gut an etwas geschafft zu haben. Auch Sabrina hatte sich wieder weitgehend erholt und wir erkundeten die Stadt.

Janik beim Tauchen in Kota Kinabalu
Janik (oben links) beim Tauchen in Kota Kinabalu

Die bisher größte Fressmeile an der Meerpromenade Kota Kinabalus

Insbesondere die Meerespromenade hat einiges zu bieten. Es gibt einen Tagesmarkt mit günstigem Obst und Gemüse und eine ganze Meile, die sich des Abends zu einem Paradies für Hungrige entwickelt. Gerade wer Fisch mag, kommt hier voll auf seine Kosten, aber auch alle Fleischesser werden nicht enttäuscht. Als Vegetarier und Veganer hat man es schwerer, aber auch Sabrina wurde fündig.

Von Kota Kinabalu aus machte Sabrina einen Tagesausflug zu den vorgelagerten Inseln. Leider waren die etwas überlaufen und wir würden dir empfehlen das Ticket in der offiziellen Tickethalle zu buchen, um den korrekten Preis zu bezahlen. Unser weiterer Plan war es den Gunung Kinabalu, den höchsten Berg auf der Insel, zu besichtigen. Schlechtes Wetter führte aber dazu, dass wir uns den vierstündigen Rollerausflug sparten und alternativ ins Kino gingen. Wer hätte gedacht, dass Popcorn so lecker ist.

Unser Zwischenfazit zu Malaysia

Damit war unsere Zeit im Süden Malaysias zu Ende. Wir blieben länger als erwartet und haben einiges gesehen. Nicht alles glänzt. Malaysia kämpft mit dem Plastikmüll. An jeder Ecke bekamen wir alles in Plastik eingepackt und die Regierung wirkt zögerlich entgegen. Gerade was Essen und Kulturen angeht, hat uns Malaysia aber beeindruckt. Die Vielseitigkeit sucht seinesgleichen und mit Pulau Tioman haben wir ein Paradies gefunden, dass wir so schnell nicht mehr vergessen werden. Am 24. Juni 2019 starteten wir dann von Kota Kinabalu nach Puerto Princessa in den Philippinen.

Noch nicht genug gelesen? Lies dir unseren Beitrag über den Norden Malaysias oder den über Thailand durch.

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Portrait von Janik

Author: Janik

Hallo ich bin Janik. Meine Leidenschaften sind Reisen, Handball, Lesen und die IT-Branche. Seit ich Sabrina kenne, habe ich viel über mich und uns gelernt und bin froh meine Erfahrungen mit ihr und euch teilen zu dürfen

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