Der Norden Malaysias: Kuala Lumpur, die Cameron Highlands und Penang

Das zweite unserer Reiseziele war Malaysia. Anfangs waren wir neugierig und hatten noch kein klares Bild des Königreiches. Dieses formte und veränderte sich über die Zeit, die wir dort verbrachten immer wieder. Denn Thailands im Süden gelegener Nachbar bietet eine große Vielfalt an Landschaften, Kulturen und Leckerbissen. Zudem sind die Malaien sehr gastfreundlich. Unter anderem deshalb verbrachten wir in dem Land den längsten Teil des Kapitels Südostasien. Wir starteten in Kuala Lumpur und bahnten uns von dort den Weg in den Norden Malaysias. Die Ereignisse aus dem Süden und Kota Kinabalu bilden ihre ganz eigene Geschichte.

Kuala Lumpur: Eine Hauptstadt der Superlative mit grünen Lungen

Von den südostasiatischen Metropolen sahen wir bis jetzt lediglich Bangkok. Jenes war stellenweise dreckig, andernorts sauber und selten hochmodern. Deshalb machte es einen lebhaften aber durchwachsenen Eindruck. Ganz anders wirkte Kuala Lumpur. Wenig Müll, viele moderne Gebäude, kaum Gestank und ein gut funktionierendes Transportsystem übertrafen die Erwartungen.

Skyline Kuala Lumpurs mit den Petronas Türmen
Skyline Kuala Lumpurs mit den Petronas Türmen

Das Amethyst Love Guesthouse, unsere Unterkunft, lag zentral. Direkt nebenan fand sich die popüläre Jalan Alor Fressmeile. Dadurch roch es zwar des Öfteren streng nach den Ausdünstungen der Küchen, aber dank Metro-, Bus- und Monorailanbindung (sahen wir bisher beide das erste Mal!) erreichten wir alle Höhepunkte schnell, sicher und einfach.

Die Metropole sucht ihresgleichen und findet viele schöne Orte

Kuala Lumpur will mit den großen Metropolen der Welt mithalten. Während wir die Stadt besichtigten, wurden zwei neue Superwolkenkratzer mit Höhen über 500 Metern aus dem Boden gestampft und die animierte Videoshow im städtischen Museum von Kuala Lumpur unterstrich diesen Eindruck durch viele Vergleiche.

Blick vom Eco Park auf den KL Tower
Blick vom Eco Park auf den KL Tower

In Kuala Lumpur gibt es viele große Grünflächen. Der botanische Garten und ein innerstädtischer Regenwald inklusive Baumwipfelpfad sind zwei davon. Uns bot sich der beste Blick auf die Stadt vom KL Turm. Dort befindet sich eine 360° Aussichtsplattform, die freie Sicht auf die Skyline bietet. Für den doppelten Preis hätte uns der Aufzug etwa 80 Meter höher an der frischen Luft herausgelassen, aber das Geld sparten wir lieber. Alternativ hätte man auch die Petronas Türme hoch fahren können. Dann fehlen die aber in der Skyline. Anschließend bahnten wir uns den Weg zu den Zwillingstürmen (Spitzname der Petronas Türme). Wir erreichten diese bei Sonnenuntergang und damit gerade rechtzeitig für eine der abendlichen Lichtsymfonien auf dem “See” (Englisch) daneben. Diese ist umsonst und wir empfehlen sie wärmstens.

Die malaysische Kultur, oder besser die Kulturen Malaysias

Kuala Lumpur, als Hauptstadt Malaysias, bot viele Möglichkeiten die verschiedenen Völker und Kulturen des Landes kennen zu lernen. Im Nationalmuseum lernten wir die Eckdaten der Geschichte kennen. Diese ist von Kolonialisierung, Handel, Einwanderung und Ureinwohnern geprägt. Insbesondere die Einwanderung verschiedenster Völker hinterließ ihre Spuren. Chinatown, die Nationalmoschee oder die nahegelegenen hinduistischen Batu-Caves sind alles Beispiele für eine wild durchmischte Gesellschaft in einem überwiegend muslimischen Land.

Cameron Highlands: Wer hätte gedacht, dass man mitten in den Tropen Erdbeeren findet?

Der Weg von Kuala Lumpur in die Cameron Highlands im Norden Malaysias ist einfach. Zumindest, wenn man vorher online ein Ticket gekauft hat oder rechtzeitig am Busbahnhof ankommt. Dann hätten wir nur einsteigen und aussteigen müssten, aber wir verpassten beides und saßen erst nach einiger Wartezeit im Bus in Richtung Norden.

Dieser Bus schlängelte sich eine steile Bergstraße hinauf und fuhr an einigen sehenswerten Stellen vorbei. Angekommen, dann die Überraschung. Es hatte frische 15 °C, was uns schnell zu den Pullovern greifen ließ. Der Schlaf im Travellers Bunker Hostel 1 war durch die niedrigen Temperaturen allerdings fabelhaft.

Ein interessanter öffentlicher Nahverkehr und die Teeplantagen

Ausgeschlafen machten wir uns dann auf das Hochland zu erkunden. Während wir im Flachland selten etwas anderes als Palmölplantagen fanden, reihten sich hier Tee- und Erdbeerplantagen zwischen prächtigen Hügeln aneinander. Das war eine willkommene Abwechslung zu Strand, Stadt und Meer. Teeplantagen sahen wir noch nie und auch wenn es Beeindruckenderes gibt, machte das Spazieren durch die grüne Landschaft, die es in unsere Top 7: Schöne Aussichten in Südostasien geschafft hat, eine Menge Spaß. Um von A nach B zu kommen, konnte man sich einen Roller mieten oder Touren buchen. Das wollten wir uns nicht leisten und nahmen deshalb den grob stündlich fahrenden öffentlichen Bus. Das machte es abenteuerlich, da es weder Bushaltestellen, noch Fahrpläne gab und die Meinungen der Einheimischen stark auseinander gingen. Bei unserem Besuch hatten wir Fortuna auf unserer Seite und fuhren mehrmals für Centbeträge mit der netten Bevölkerung.

Die BOH-Teeplantagen in den Cameron Highlands
Die BOH-Teeplantagen in den Cameron Highlands

Ein mildes Wanderparadies mitten in den Tropen, wer hätte das gedacht

Die Hügel um die Plantagen und das Klima luden förmlich zum Wandern ein. An einem Tag regnete es zwar, aber durch die richtigen Klamotten trotzten wir der Natur. An den anderen Tagen bildeten milde 20 °C, sehenswerte Pfade und ein intakter Regenwald ein Naturparadies. Du solltest dich jedoch vorher in deiner Unterkunft informieren welche Pfade sicher und begehbar sind. Uns wurde gesagt, dass der Mossy Forest eher gefährlich ist. In ihm gibt es kein Mobilfunknetz und die Vegetation ändert sich laufend, sodass man einstige Pfade stellenweise nicht mehr erkennen kann.

Regenwald in den Cameron Highlands
Regenwald in den Cameron Highlands

Um dir für die Wanderungen Kraft zu holen, solltest du eines der Steamboats probieren. Die sind je nach Restaurant nicht billig, aber auf jeden Fall das Geld wert. Es handelt sich um eine Art Fondue mit Fleisch, Fisch, Nudeln und Gemüse und wir platzen danach beinahe, aber die Erdbeeren zum Nachtisch konnten wir uns dennoch nicht vom Munde ab sparen.

Georgetown (Penang): Die Stadt der Fressmeilen im Norden Malaysias

In Malaysia gibt es wenige Züge. Dafür ist das Fernreisebusnetz gut ausgebaut. Kein Wunder also, dass wir nach Georgetown mit einem der Reisebusse fuhren. Dort angekommen nahmen wir ein Grab Taxi für die letzten Meter in die Stadt. Das populäre Grab funktioniert wie Uber und Lieferando zusammen.

Für die Zeit in Penang, unserem letzten Stopp im Norden Malaysias, buchten wir das Cocoa Mews Hostel. Dort gab es einige Kleinigkeiten zum Essen und Frühstücken und eine komplette Küche. Leider hatten wir ein Zimmer ohne Fenster reserviert, sodass es leicht modrig roch.

Georgetown und dessen faszinierende Geschichte

Dafür bestand die Möglichkeit von dem Hostel zu einer Fressmeile, die jeden Abend auf einer gewöhnlichen Straße aufgebaut wurde, zu laufen. Fisch, Nudeln, eine Art Pfannenkuchen und ein Allerleistand führten dazu, dass wir uns täglich die Bäuche voll schlugen. Besonders der Stand mit den kleinen “Pfannenkuchen” ist in Erinnerung geblieben. Eine lange Schlange machte und auf den Stand aufmerksam, bei welchem eine ältere Dame den leckeren Snack im Akkord herstellte.
Die Stadt hat eine lange interessante Geschichte, wie wir auf der kostenlosen Stadtführung erfuhren. Die Kolonialherren versuchten durch verschiedene Maßnahmen die Völkergruppen der Inder, Chinesen und Christen zu trennen, damit keine religiösen Konflikte aufkeimen. Sie erreichten dies, indem sie den Völkern unterschiedliche Distrikte vergünstigt verkauften. Dadurch leben die Religionen und Völker in der Stadt seit über 200 Jahren in Frieden.

Der angeblich kleinste Nationalpark der Welt

Außerhalb der Stadt besuchten wir den „kleinsten Nationalpark der Welt” auf der Insel. Der Park ist per Bus zu erreichen (ACHTUNG: die Busfahrer wechseln nicht) und bietet schöne Hikes mit einer vielseitigen Flora und Fauna. Als wir den Park besuchten waren einige Pfade, inklusive des Baumkronenpfades aufgrund von Erdrutschen seit längerer Zeit geschlossen, aber wir hatten dennoch Spaß.

Janik steht auf einem Felsen im kleinsten Nationalpark der Welt auf Penang
Momentaufnahme im kleinsten Nationalpark der Welt auf Penang

Von Penang, im Norden Malaysias, fuhren wir direkt in den Süden nach Malakka. Was wir dort erlebten erfährst du in dem Artikel über den Süden Malaysias. Außerdem findest du dort Links zu anderen Reisenden, die Malaysia bereits besuchten. Falls du wissen willst wie unser Abenteuer angefangen hat, empfehle ich dir den Reisebericht über Thailand

Portrait von Janik

Author: Janik

Hallo ich bin Janik. Meine Leidenschaften sind Reisen, Handball, Lesen und die IT-Branche. Seit ich Sabrina kenne, habe ich viel über mich und uns gelernt und bin froh meine Erfahrungen mit ihr und euch teilen zu dürfen

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