Baleareninsel Mallorca: Ballermann, Kloster und Meer

Ein weiterer Roadtrip stand an. Nachdem wir 2017 Sardinien bereisten, wählten wir wieder eine Insel im Mittelmeer. Dieses mal sollte sie zum spanischen Hoheitsgebiet gehören, falls man das über die Baleareninsel Mallorca überhaupt noch sagen kann. Gerade vor der Reise waren wir uns dessen nicht mehr so sicher. So wird die Baleareninsel ja oft als 17. deutsches Bundesland bezeichnet. Ebenso waren wir gespannt, wie sich die Diskrepanz zwischen Massentourismus und Natur auf Mallorca zur Nebensaison, abseits von den Haupttouristenströmen verhält.

Tag 1: Eine späte Anreise und die Abholung des Mietwagens

Wenn man sich nach den günstigen Flügen richtet, hat man ja manchmal einfach nicht so Glück mit den Flugzeiten. So auch in diesem Fall. Wir Flugen erst am späten Nachmittag, sodass wir von unserem ersten Tag auf der Baleareninsel Mallorca (Wikipedia-Artikel) nicht mehr so viel hatten. Dennoch ließen wir uns davon natürlich nicht die Stimmung vermiesen.

Angekommen in Palma war es erst einmal an der Zeit den Mietwagen zu holen. Um halb 11 waren wir endlich mit dem organisatorischen Part durch und wir konnten uns auf zu unserer ersten Unterkunft, dem „Hostal Corona“ in Palma, machen. Die Unterkunft hatte einen netten Innenhof in welchem sich eine Bar befand. Diese war hauptsächlich von Locals besucht. Davon abgesehen war alles sehr einfach gehalten und etwas ab vom Schuss. Wir waren froh ein Dach über dem Kopf zu haben.

Tag 2: Ab ins Sanktuarium Lluc und ab ans Meer

Palma ist natürlich schon am Meer, aber ohne Stadt ist das doch oft noch einmal etwas anderes. Deshalb wollten wir so schnell wie möglich ans Wasser. Bei uns bedeutete das, dass wir so gegen halb 10 abfahrbereit waren und uns auf den Weg nach Bañalbufar machten. Dort erwartete uns eine interessante Badebucht. Es ging steil den Berg herunter und die letzten paar Meter erreichte man über eine Treppe eine teilweise durch Betonplatten erschlossene Bucht, die einen behüteten ersten Wasserkontakt zuließen.

Zwei Stunden später hatten wir genug, zumal wir noch zwei Stunden Autofahrt zu unserer Unterkunft vor uns hatten. Da wir immer bemüht sind unsere Ausgaben in einem überschaubaren Rahmen zu halten stand zudem noch ein Besuch beim Supermarkt auf dem Plan. Dort deckten wir uns ein, um uns teilweise selbst zu versorgen. Gegen 5 Uhr am Nachmittag kamen wir  in Lluc (Link zu Booking) an. Lluc ist ein Sanktuarium und eine Pilgerstätte etwas im Landesinneren der Baleareninsel. Auch wenn wir beide nicht umbedingt als Paradechristen zu bezeichnen sind, sollte sich heraustellen, dass die Unterkunftswahl goldrichtig war. Für diesen Tag sollte uns das egal sein. Entspannen, essen und schlafen stand auf dem Plan.

Tag 3: Die Ruhe des Sanktuariums und Platja de Formentor

Schon am Abend war uns aufgefallen, dass in Lluc alles mit einer bedächtigen Stille vor sich ging, wie sie spirituellen Orten oft anhaftet. Umso beeindruckter war ich, dass der Ort das vermittelte ohne einem permanent den christlichen Stempel aufzudrücken. Dieser Eindruck setzte sich bei einem phänomenalen, weil ehrlichen, Frühstück fort. Während wir balearische Köstlichkeiten verschiedenster Art zu uns nahmen, konnte man ganz entspannt den Vögeln und Grillen zuhören. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass wir nach einem kurzen Abstecher in den „botanischen Garten“ erst gegen halb 12 los kamen.

Das heutige Ziel war der „Platja de Formentor“. Von der Stille des Landesinneren kommend, war das jedoch eher eine Überforderung, als eine schöne Veranstaltung. Auto an Auto schlängelt sich den Zipfel herunter. Uns wurde das ab einem Punkt zu viel, sodass wir direkt auf den Strand abgebogen sind. Zumindest wollten wir direkt zum Strand. Meine Unachtsamkeit machte uns einen Strich durch die Rechnung. Ich baute einen Unfall beim Linksabbiegen. Glücklicherweise waren sowohl wir, als auch die anderen beteiligten komplett versichert und es handelte sich hauptsächlich um Blechschäden. Lediglich die Fahrertür ging nicht mehr komplett auf, aber man kam noch ins Auto und es fuhr noch. Es konnte also weiter gehen.

Von dem Strand waren wir ähnlich beeindruckt, wie von der Fahrt zum Zipfel. Tourismus pur und wenig Liegeplatz. Alles in allem eine sehr traurige Erfahrung, auch wenn das Meerwasser natürlich immer noch Spitze war. Anschließend beschlossen wir noch einen Abstecher nach „Port de Pollença“ zu machen. Dort war es sehr entspannt und wir haben endlich ein leckeres Eis bekommen. Gegen Abend fuhren wir zurück nach Lluc. Dort ließen wir den Abend mit unseren selbstgekauften Leckereien auf einem Aussichtspunkt ausklingen.  Der Aussichtspunkt bot einen fantastischen Sternenhimmel und ein Gefühl von Zweisamkeit, aber auch einige Mücken.

Tag 4: Die Besteigung des Puig Tomir

Vorbereitung ist alles!

Habe ich schon erwähnt, dass das Frühstuck in Lluc echt der Hammer ist? Ich glaube schon, aber doppelt gemoppelt hält ja oft besser. Für den vierten Tag unserer Rundreise hatten wir uns vorgenommen etwas aktiver zu werden. Auf der Baleareninsel Mallorca gibt es einige „Berge“. Diese sind nicht mit den Alpen zu vergleichen. Interessant ist jedoch, dass ein Berg, der 1100 Meter über Normalnull seine Spitze hat aufgrund der Meernähe gelegentlich mehr Höhenmeter bedeuten, als mancher Berg mit über 2000 Meter in den Alpen. Wir hatten uns vorher mit Outdooractive, einer Community für Outdoor-Aktivitäten, informiert und eine für uns passende Tour gefunden. Es standen 13,1 km und 1500 Höhenmeter an.

Der durchwachsene Weg zum Berg

Im Vergleich zum Vortag war es insbesondere beeindruckend, dass wir auf dem ganzen Weg zwei Menschen getroffen haben. Man muss aber sagen, dass der Weg nicht immer erkennbar war und ein, zwei Herausforderungen bereit hielt. Anfangs stiegen wir in ein grünes Tal hinab. Von dort begann der Aufstieg. Dafür querten wir ein mit Sträuchern besetztes Gebiet, auf welchem einige Gehege waren. Dies führte zu einem kurzen Sprint über einen Zaun, da uns ein Esel hinterhergaloppierte. Im Vergleich dazu waren die Ziegen im anderen Gehe die für uns angenehmeren Weg, weil ruhigeren Weggefährten. Je höher wir kamen, desto niedriger wurde die Vegetation. Wir waren zwar nicht mehr im Hochsommer unterwegs, dennoch konnten wir die Kraft der Sonne noch sehr spüren. Zu unserem Glück waren wir mit Kopfbedeckungen gut ausgerüstet.

Die letzten Meter zum Gipfel

Nachdem wir uns weiter an Steinmännchen orientierend immer höher bewegt hatten, stand nun der Schlussspurt an. Dazu ging es über eine frei Stein und Geröllfläche inklusive einer kleinen Kletterpartie und immer wieder diese Ziegen! Oben angekommen wurden wir von einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Insbesondere finde ich es spannend von einem Berg direkt aufs Meer blicken zu können. Da wir recht spät losgekommen waren und die Strecke etwas unterschätzten, mussten wir uns recht zügig wieder auf den Abstieg machen. Wieder musste dazu etwas geklettert werden, denn der Abstieg war deutlich steiler, als der Aufstieg.

Nette Menschen und die sichere Heimkehr

Unten angekommen gingen dann unsere Wasservorräte zur Neige. Glücklicherweise entdeckten wir noch eine besetzte Hütte, bei welcher wir Wasser angeboten bekamen. Frisch gestärkt ging es an die letzten Meter. Gegen halb neun hatten wir es endlich wieder nach Lluc zurück geschafft, wo wir nach einem leckeren Abendessen totmüde ins Bett fielen.

Tag 5: Die Überfahrt zur Ostküste der Baleareninsel

Der letzte Tag in Lluc brach an. Nachdem wir die ersten paar Tage bewusst etwas naturverbundener und aktiver gestaltet hatten, war es nun an der Zeit die Vorteile einer Insel voll auszuschöpfen und viel Zeit am Strand zu verbringen. Dafür ging es für uns über „Inca“ und „Santa Margalida“ zum „Cala Mesquida“. Natürlich nicht ohne den obligatorischen Zwischenstopp bei Lidl.

Bei unserer Ankunft waren wir zunächst etwas enttäuscht. So hatte der Stadtstrand nicht so viel zu bieten und wir stellten uns schon auf eine nächste Touristenhochburg ein. Ein bisschen Googlen zeigte uns aber, dass „Cala Torta“, ein anderer Strand, nach einer kleinen Wanderung zu erreichen war. Nach dem Vortag hatten wir ja darin bereits einige Erfahrung und so machten wir uns auf die zerklüftete Küste zu bewandern. Und es lohnte sich definitiv. Zwar stellten wir recht schnell fest, dass wir im Osten der Insel keine leeren Strände finden würden, aber der Andrang war total in Ordnung und das Schwimmen in einer Bucht ist immer wieder eine tolle Erfahrung.

Anschließend ging es für uns mit dem Auto eine dreiviertel Stunde nach „Cala Bona“, wo wir im Hotel Atolon die nächsten zwei Nächste gebucht hatten. Mit vier angegebenen Sternen eindeutig die höchstdotierte Unterkunft auf unserer Reise und so erwarteten uns All you can Eat Büffets und ein klimatisiertes Zimmer.

Tag 6 und 7: Ein entspannter Tag in „Cala Bona“

Nach den beiden anstrengenden und ereignisreichen Tagen war es an der Zeit auch einmal eine ruhige Kugel zu schieben und so beschlossen wir es an unserem sechsten Tag ruhiger angehen zu lassen. Wir schliefen lange aus, frühstückten in Ruhe, machten eine Mittagsschlaf und einen kurzen Abstecher zum Stadstrand. Nicht viel passiert, aber so etwas muss ja auch sein. Zudem wussten wir, dass es am nächsten Tag wieder ins Auto geht und man muss ja nicht jeden Tag fahren.

Am 7. Tag verließen wir „Cala Bona“ wieder, um uns auf Richtung Cala d’Or zu machen. Aber nicht ohne einen Strandaufenthalt am „Cala Varques“. Irgendwie haben wir einen Tick für Strände, die man nur zu Fuß erreichen kann und so kämpften wir uns mit unserer Luftmatratze durch Dornenbüsche. Bis auf einige kleine Kratzer haben wir alles überlebt und wurden mit einem Strand entlohnt, der auch eine größere alternative Gruppe anlockte. Davon ließen wir uns natürlich nicht abhalten und sprangen in das kühle Nass.

Um vier Uhr nachmittags kamen wir in unserem Hotel, dem Hostal de la Caravel.la an, was wir für einen kurzen Mittagsschlaf ausnutzten. Gegen Abend ließen wir uns von spanischen Tapas verwöhnen. Zusätzlich hatten wir hier das erste Mal auf unserer Reise die Möglichkeit abends ein wenig auszugehen, was wir uns nicht zweimal sagen ließen.

Tag 8: Palma und der Ballermann

Da wir eine ganzen Tag in Palma haben wollten und die Fahrt von Cala d’Or nur eine Stunde dauerte beschlossen wir das einfach einzuschieben. Wir kamen um halb 12 in Palma an. Da die Stadt schon von den Römern gegründet und später von den Arabern regiert wurde mischen sich in der heute christlich angehauchten Stadt mit fast 300.000 Einwohnern die verschiedensten religiösen Einflüsse. Beim Schlendern durch die enge Altstadt fällt einem dies direkt auf. So kann man nahe der gotischen Kathedrale die alten arabischen Bäder besichtigen, die nicht ganz mit der Kathedrale mithalten können. Davon abgesehen ist Palma eine sehr belebte, aber sehr touristisch erschlossene Stadt, in der man durchaus ein, zwei Tage verharren kann, wenn man auf der Baleareninsel ist.

Was muss man auf der Baleareninsel Mallorca natürlich mal gemacht haben? Den Ballermann besuchen. Während ich mit dem TV Eppelheim und dem TSV Ismaning bereits zweimal das „Glück“ hatte die Örtlichkeiten zu sehen, wollte Sabrina die deutsche Partymeile in Augenschein nehmen. Man merkte jedoch bei unserer Tour durch den Megapark und den Bierkönig bereits, dass die Saison dem Ende zugeht. Dennoch war es interessant für Sabrina und mich. Sie konnte sehen, wie es aussieht und wie grob der Hase läuft und ich hatte die Freude mit Fanta im Megapark zu sitzen.

Abends ging es zurück nach Cala d’Or, wo wir nach dem Abendessen wieder die Bars unsicher machten.

Tag 9: Zwei Kater und ein letztes mal Strand

Da es am Vorabend etwas länger ging, ließen wir es uns nicht nehmen den vorletzten Tag unserer Reise auszuschlafen. Zu lange wollten wir uns aber nicht Zeit lassen. Schließlich stand der letzte Strandtag an, den wir im „Parc natural de Mondragó“ verbringen wollten.

Nachdem wir Glücklicherweise noch einen Parkplatz gefunden hatten, suchten wir uns auf dem zweiten der beiden Strände einen Platz. Vorher begangen wir noch ein wenig den Nationalpark in der Hoffnung eine entlegene Bucht zu finden. Dabei fiel uns leider auf, wie viel Plastikmüll bereits im Wasser schwimmt. Der Eindruck wurde später beim Schwimmen verstärkt. Man schwomm durch Plastikstücke hindurch. Nicht nur ist das nicht das angenehmste Gefühl, sondern auch echt eine Schande, dass wir als Menschen das nicht besser gelöst bekommen. Im Endeffekt haben wir deshalb weniger gebadet und mehr gelesen und geschlafen, was an dem Kater gelegen haben könnte. Den Abend schlossen wir am Stadtstrand von Cala d’Or, nachdem wir vorher das beste Eis der Reise gegessen hatten.

Tag 10: Rückflug, Mietwagenrückgabe und das Botanicactus

Nun war es soweit der letzte Tag unserer Reise stand an. Da wir den Unfall gebaut hatten, mussten wir rechtzeitig wieder an der Mietwagenstation sein. Da unser Flieger erst um neun Uhr abends flog, war die Zeit nicht das Problem. Wir beschlossen also einen Ort zu besuchen, den Sabrina bereits mit ihrer Mutter besuchte. Es handelt sich dabei um das Botanicactus, eine Art Freiluftpark mit den verschiedensten Pflanzen, wobei hauptsächlich Kakteen angebaut sind. Gerade weil wir hierzulande nicht so viele frei stehende Kakteen haben, war es ein sehr beeindruckender Anblick. Wenn man Pflanzen mag und einige coole Bilder schießen will, kann ich das nur empfehlen (Unsere Bilder vom Botanicactus).

Anschließend stand die letzte Fahrt in unserem VW Polo mit der kaputten Fahrertür an. Da wir den Mietwagen über eine Selbstbeteiligungsversicherung bei Check24 gekauft hatten, mussten wir vor Ort den Schaden bezahlen. Natürlich tun die 800 € erst einmal weh. Durch die professionelle Abwicklung des Teams vor Ort und den Service von Check24, haben wir alles wiederbekommen und waren heilfroh die Versicherung abgeschlossen zu haben. Da alles so schnell ging, hatten wir jetzt noch einige Stunden in Palma de Mallorca am Flughafen. Aber irgendwie bekommt man die Zeit ja immer herum. Gerade, wenn man vorher zehn so ereignisreiche Tage erlebt hat.

Portrait von Janik

Author: Janik

Hallo ich bin Janik. Meine Leidenschaften sind Reisen, Handball, Lesen und die IT-Branche. Seit ich Sabrina kenne, habe ich viel über mich und uns gelernt und bin froh meine Erfahrungen mit ihr und euch teilen zu dürfen

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